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Radtour

Auf Radtour mit dem Grundgesetz

Demokratie und Menschenrechte sind kein Selbstläufer! Aus dieser festen Überzeugung heraus hat der KLB-Arbeitskreis „Solidarität geht“ eine „Radtour für Demokratie und Menschenrechte“ ausgearbeitet, die zum Nachdenken und Aktivwerden auffordern will. Neben Demokratie-Impulsen bietet die familienfreundliche Tour Genussradeln pur durch die fruchtbare Landschaft des Ochsenfurter Gau sowie viele lohnenswerte Haltepunkte für Kulturfans.

Idee und Konzept

Die Idee für den Radweg ist 2024 durch die landesweiten „Demos gegen Rechts“ entstanden. Bewusst wollen wir mit der Ausarbeitung einer Radtour eine dezentrale Aktion für Menschen auf dem Land abseits der großen Städte anbieten, die längerfristig wirken kann.

Acht ausgewählte Grundrechte stehen an acht Standorten auf dem Asphalt und regen zur kritischen Auseinandersetzung an. Der Weg verläuft auf einem Teilstück des bereits bestehenden Gaubahnradwegs. 1907 als Nebenbahn der Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen eröffnet, diente die Gaubahn vor allem dem Transport landwirtschaftlicher Produkte wie Zuckerrüben. Nachdem der Güterverkehr 1992 eingestellt worden war, baute der Landkreis die Trasse ab 1995 zum Radweg um. Der Radweg verläuft so abseits vom Straßenverkehr, hat nur geringe Steigungen und Gefälle und ist durchgängig asphaltiert.

Startpunkt

Der Startpunkt der 17 Kilometer langen „Radtour für Demokratie und Menschenrechte“ liegt an der Abfahrt von der Ochsenfurter Südtangente nach Hohestadt. Weil es dort keine Parkplätze gibt, das Auto am besten in Ochsenfurt abstellen. Alternativ: gleich mit dem Rad anreisen (Anschluss an den Main-Radweg bei Ochsenfurt und an den Taubertalradweg bei Bieberehren) oder per Regionalzug.

Wegverlauf

In der ersten Aufschrift wird Artikel 1 des Grundgesetzes zitiert: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Doch rasch drängen sich kritische Fragen auf wie: „Gilt das tatsächlich für alle Menschen? Weltweit? Heute? Immer?“ Weiter geht es mit den Rechten auf Freiheit (Tückelhausen), Gleichheit (Acholshausen), Glaubens- und Gewissensfreiheit (Gaukönigshofen), Meinungs- und Versammlungsfreiheit (Rittershausen), dem Recht auf Widerstand (Sonderhofen), Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen (Gelchsheim) und auf Asyl (Aub).
Dass das Recht auf Glaubens- und Gewissensfreiheit am alten Bahnhof Gaukönigshofen verortet ist, ist kein Zufall: Im Ort erinnern das Museum „Ehemalige Synagoge“ und die Mikwe an das einst reiche jüdische Leben, ein steinernes Koffer-Denkmal gemahnt an die deportierten Juden. Nachdenklich stimmt die Aufschrift am Ortsende von Baldersheim mit Blick auf das Auber Schloss, wo eine Gemeinschaftsunterkunft der Regierung von Unterfranken untergebracht ist. Dass die Aufschrift „Recht auf Asyl“ noch vor der Auftaktveranstaltung geschwärzt wurde, war für uns erschreckend. Zugleich haben sich sofort Menschen aus Aub zu Wort gemeldet, die sich klar distanzierten.

    Attraktive Stopps – auch für Kinder

    Unterwegs locken zahlreiche weitere kulturelle Haltepunkte wie die Kartause Tückelhausen, die monumentale klassizistische Pfarrkirche St. Matthäus in Rittershausen, die Wallfahrtskapelle zum gegeißelten Heiland in Gelchsheim oder das Fränkische Spitalmuseum in Aub, die Riemenschneidergruppe in der dortigen Pfarrkirche und die Kunigundenkapelle bei Burgerroth. Die Pausenplätze bieten mit Mehrgenerationen-Spielplatz, Streichelgehege, Eisautomaten oder einer alten Lokomotive Abwechslung für kleine Radler; wer mag, kann sogar ein paar Runden im Freibad von Gelchsheim ziehen.

    Rückweg

    Zurück geht es entweder auf dem gleichen Weg, dann mit leichtem Gefälle. Oder von Ende April bis Anfang Oktober mit dem Maintalsprinter (Fahrradmitnahme im Anhänger).

    Flyer zur Tour

    Damit das Anliegen dauerhaft im Bewusstsein bleibt, gibt es einen Flyer zur Tour. Damit wollen wir ermutigen, sich für die Grundrechte stark zu machen. Die mitgelieferten Impulsfragen sollen als kleine Anschubser dienen, um über die Grundrechte ins Gespräch zu kommen und sich im Alltag aktiv dafür ein zusetzen.
    Der Flyer ist in der Tourist-Information Ochsenfurt sowie in den Rathäusern der am Weg liegenden Gemeinden erhältlich. Außerdem kann er hier heruntergeladen werden.